Parallaxe
Parallaxe bezeichnet die scheinbare Verschiebung eines Objekts gegenüber dem Hintergrund, die entsteht, wenn man es von zwei verschiedenen Standpunkten aus beobachtet. In der Astronomie wird die jährliche Parallaxe genutzt, um Sternentfernungen zu messen: Dabei beobachtet man einen nahen Stern von zwei gegenüberliegenden Punkten der Erdbahn - also im Abstand von sechs Monaten. Die Erde bewegt sich dabei um den Durchmesser ihrer Umlaufbahn (etwa 300 Millionen Kilometer) weiter, was zu einer messbaren Winkelverschiebung des nahen Sterns gegenüber weiter entfernten Hintergrundsternen führt.
Der Parallaxenwinkel wird in Bogensekunden angegeben. Ein Stern mit einer Parallaxe von genau einer Bogensekunde befindet sich in einer Entfernung von einem Parsec, was rund 3,26 Lichtjahren entspricht. Unser nächster Nachbarstern, Proxima Centauri, hat eine Parallaxe von etwa 0,769 Bogensekunden und liegt damit rund 4,24 Lichtjahre entfernt.
Die Parallaxenmethode ist die grundlegendste direkte Entfernungsmessung in der Astronomie. Mit erdgebundenen Teleskopen lassen sich Parallaxen bis zu einigen hundert Lichtjahren zuverlässig messen; die Raumsonde Gaia erweiterte diese Reichweite auf zehntausende von Lichtjahren.