Nadir

grundlagen

Nadir bezeichnet den tiefsten Punkt der Himmelskugel, der sich senkrecht unter dem Beobachter befindet und damit diametral gegenüber dem Zenit liegt. Zenit und Nadir definieren gemeinsam die Lotrichtung durch den Standort des Beobachters; sie sind die Schnittpunkte der senkrechten Lotlinie mit der gedachten Himmelssphäre.

Der Begriff stammt aus dem Arabischen (nadir as-samt, “Richtung entgegengesetzt dem Zenit”) und gelangte über mittelalterliche Übersetzungen astronomischer Werke in die europäische Wissenschaftssprache. Im Horizontsystem sind Nadir und Zenit die Pole: Der Horizont entspricht dem Grosskreis, der genau 90 Grad von beiden entfernt ist. Die Höhe eines Himmelsobjekts im Horizontalsystem wird vom mathematischen Horizont aus gemessen, wobei der Nadir einer Höhe von -90 Grad entspricht.

Praktische Bedeutung hat der Nadir vor allem in der Geodäsie und bei Satellitensystemen: Ein Satellit, dessen Kamera oder Sensor genau senkrecht nach unten zur Erde ausgerichtet ist, zeigt in Nadir-Richtung. In der Astronomie wird der Nadir als Referenzpunkt für Zenitdistanzberechnungen benötigt, also für den Winkelabstand eines Gestirns vom senkrecht nach oben zeigenden Zenit. Der Nadir selbst ist am Erdhimmel naturgemäss nicht beobachtbar, da er unter der Erde liegt.