Oppositionseffekt
Der Oppositionseffekt bezeichnet die beobachtbare Helligkeitszunahme eines Körpers des Sonnensystems, wenn er sich in Opposition befindet, also von der Erde aus in exakt entgegengesetzter Richtung zur Sonne steht. In dieser Konfiguration erscheint die Oberfläche heller, als eine einfache lineare Interpolation der Phasenlichtkurve erwarten ließe.
Für den Effekt werden zwei physikalische Ursachen verantwortlich gemacht. Erstens bewirkt das sogenannte Shadowing-Hiding, dass in Oppositionsstellung jedes Staubkorn oder Oberflächenkörnchen seinen eigenen Schatten verdeckt, da Licht- und Blickrichtung nahezu zusammenfallen. Dadurch werden keine Schatten sichtbar und die Oberfläche wirkt heller. Zweitens tragen kohärente Rückstreueffekte (Kohärente Hinterstreuung) bei körnigen Materialien auf Quantenebene zur Helligkeitssteigerung bei.
Der Oppositionseffekt tritt bei Planeten, Monden, Asteroiden und Planetenringen auf. Besonders ausgeprägt ist er bei Saturnringen: In der Nähe der Saturnopposition leuchten die Ringe deutlich heller als sonst erwartet. Auch der Erdmond zeigt den Effekt, was dazu beiträgt, dass Vollmond deutlich mehr als doppelt so hell erscheint wie Halbmond, obwohl nur die Hälfte mehr der beleuchteten Fläche sichtbar ist. Die genaue Ausprägung des Effekts gibt Aufschluss über Oberflächenstruktur und -zusammensetzung des jeweiligen Körpers.