Protuberanz
Protuberanz bezeichnet eine bogenförmige oder wolkenartige Eruption von leuchtendem Plasma, die sich von der Sonnenoberfläche in die äußere Atmosphäre - die Korona - erstreckt. Protuberanzen bestehen aus vergleichsweise kühlem, dichtem Material mit Temperaturen von etwa 10.000 Grad Celsius, das von den wesentlich heißeren Koronaregionen (mehrere Millionen Grad) umgeben ist. Sie sind eng an das Magnetfeld der Sonne gebunden.
Es gibt zwei Haupttypen: ruhige Protuberanzen, die sich über Wochen oder Monate stabil halten und mitunter Längen von mehreren 100.000 Kilometern erreichen, sowie aktive Protuberanzen (auch Eruptivprotuberanzen), die innerhalb von Stunden ausbrechen und Material ins All schleudern können. Letztere gehen oft mit Sonneneruptionen (Flares) oder koronalen Massenauswürfen (CMEs) einher, die den Sonnenwind beeinflussen und auf der Erde Polarlichter sowie Störungen in Satellitensystemen auslösen können.
Am besten sichtbar sind Protuberanzen bei totalen Sonnenfinsternissen, wenn sie als rötlich leuchtende Bögen am Sonnenrand zu erkennen sind. Mit Hilfe von H-Alpha-Filtern und speziellen Sonnenteleskopen können Amateurastronomen Protuberanzen auch unter normalen Bedingungen beobachten. Die Raumsonde SOHO liefert seit 1995 kontinuierliche Aufnahmen von Protuberanzen und anderen Phänomenen der aktiven Sonne.