Phasenwinkel
Phasenwinkel bezeichnet den Winkel zwischen der Sonne, dem beobachteten Himmelskörper und dem Beobachter (meist der Erde). Er beschreibt damit, wie viel der beleuchteten Seite eines Körpers dem Beobachter zugewandt ist. Ein Phasenwinkel von 0 Grad bedeutet, dass Sonne, Objekt und Beobachter in einer Linie liegen und die vollständig beleuchtete Seite sichtbar ist (Vollphase); bei 180 Grad würde der Beobachter nur die unbeleuchtete Nachtseite sehen.
Der Phasenwinkel hat unmittelbaren Einfluss auf die scheinbare Helligkeit eines Körpers: Bei kleinem Phasenwinkel erscheint das Objekt heller, weil mehr reflektiertes Sonnenlicht in Richtung Erde gestrahlt wird. Diese Helligkeitsveränderung wird durch die sogenannte Phasenfunktion beschrieben, die charakteristisch für verschiedene Oberflächen und Albedos ist.
Bei Planeten wie Venus oder Mars zeigen sich durch Veränderung des Phasenwinkels im Verlauf der Umlaufbahn charakteristische Phasen, ähnlich wie beim Mond. Besonders ausgeprägt ist dies bei der Venus, die alle Mondphasen durchläuft und bei niedrigem Phasenwinkel (kurz nach oder vor dem größten Glanz) als dünne Sichel erscheint. Für Asteroiden und Kometen ist die Analyse der Helligkeitsveränderung mit dem Phasenwinkel (sogenannte Phasenkurve) ein wichtiges Werkzeug, um Oberflächeneigenschaften und physikalische Parameter zu bestimmen.