Reflexionsnebel
Reflexionsnebel bezeichnet eine Wolke aus interstellarem Gas und Staub, die kein eigenes Licht aussendet, sondern das Licht nahegelegener Sterne reflektiert und streut.
Der wesentliche Unterschied zu Emissionsnebeln liegt im physikalischen Prozess: Während Emissionsnebel durch ultraviolette Strahlung heißer Sterne ionisiert werden und dabei selbst leuchten, fehlt bei Reflexionsnebeln die dafür nötige Energie. Ihre Leuchtkraft stammt ausschließlich aus dem gestreuten Sternlicht. Weil Staubpartikel blaues Licht stärker streuen als rotes - derselbe Effekt, der unseren Taghimmel blau färbt - erscheinen Reflexionsnebel häufig in einem charakteristischen Blauton.
Das bekannteste Beispiel ist die Umgebung der Plejaden (M45): Die Gruppe heißer Sterne durchquert dabei zufällig eine Staubwolke und beleuchtet sie. Der Merope-Nebel um den Plejaden-Stern Merope ist ein Paradebeispiel dieser Erscheinung. Auch der Hexenkopfnebel (IC 2118) nahe dem Stern Rigel im Orion gehört zu den prominenteren Reflexionsnebeln.
Reflexionsnebel sind wertvolle Objekte für die Astrophysik, da sie Rückschlüsse auf die Zusammensetzung und Korngrößenverteilung interstellarer Staubpartikel erlauben. Häufig sind Reflexionsnebel und Emissionsnebel in derselben Region gemeinsam anzutreffen, etwa im Orionnebel-Komplex.