Röntgenstrahlung
Röntgenstrahlung bezeichnet elektromagnetische Strahlung mit Wellenlängen zwischen etwa 0,01 und 10 Nanometern, die in der Astronomie von extrem heißen und energiereichen Objekten ausgesandt wird.
Kosmische Röntgenstrahlung entsteht, wenn Materie auf Temperaturen von mehreren Millionen Grad erhitzt wird oder wenn hochenergetische Elektronen in starken Magnetfeldern abgebremst werden. Typische Röntgenquellen sind Neutronensterne und stellare Schwarze Löcher in Doppelsternsystemen, bei denen Materie des Begleiters in einer Akkretionsscheibe aufgeheizt wird, sowie das heiße Gas in Galaxienhaufen und der Überrest von Supernovae.
Da die Erdatmosphäre Röntgenstrahlung vollständig absorbiert, müssen Röntgenteleskope im Weltall betrieben werden. Wegweisend war das Uhuru-Satellitenprojekt (1970), der erste dedizierte Röntgensatellit. Moderne Observatorien wie das Chandra X-ray Observatory (NASA, seit 1999) und das XMM-Newton der ESA (seit 1999) liefern Röntgenbilder mit hoher Auflösung. Röntgenspiegel arbeiten nach dem Prinzip der Totalreflexion unter sehr flachen Einfallswinkeln, da Röntgenstrahlung von normalen Spiegeln nicht reflektiert werden kann.
Röntgenastronomie hat zur Entdeckung zahlreicher Schwarzer Löcher beigetragen und gibt Einblick in die energiereichsten Prozesse im Universum, darunter Gammastrahlenausbrüche und aktive Galaxienkerne.