Radioteleskop

teleskope

Radioteleskop bezeichnet ein astronomisches Instrument, das elektromagnetische Strahlung im Radiobereich des Spektrums empfängt und damit Objekte und Phänomene untersucht, die im sichtbaren Licht unsichtbar oder schwer zugänglich sind.

Radiowellen haben Wellenlängen von etwa einem Millimeter bis zu mehreren Metern und durchdringen interstellare Gas- und Staubwolken, die optisches Licht stark abschwächen. Radioteleskope bestehen typischerweise aus einer großen parabolischen Antennenschüssel, die eintreffende Radiowellen auf einen Empfänger im Fokuspunkt bündelt. Je größer die Antenne, desto höher die Winkelauflösung.

Das bekannteste Einzelgericht-Radioteleskop war das Arecibo-Observatorium in Puerto Rico mit 305 Metern Durchmesser (in Betrieb bis 2020). Das derzeit größte ist FAST in China mit 500 Metern Durchmesser. Um noch feinere Details auflösen zu können, werden mehrere weit voneinander entfernte Radioteleskope zu einem Interferometer zusammengeschaltet (Very Long Baseline Interferometry, VLBI). Mit dieser Methode gelang 2019 die erste direkte Abbildung eines Schwarzen Lochs im Zentrum der Galaxie M87.

Radioteleskope haben zur Entdeckung von Pulsaren, der kosmischen Hintergrundstrahlung und zahlreicher Moleküle im interstellaren Raum beigetragen.