Eigenbewegung

milchstrasseberechnungen

Die Eigenbewegung bezeichnet die scheinbare Bewegung eines Sterns quer zur Sichtlinie, also die Veränderung seiner Position am Himmel über die Zeit, gemessen in Bogensekunden pro Jahr. Sie ist von der Parallaxenbewegung zu unterscheiden, die durch die Umlaufbewegung der Erde um die Sonne entsteht.

Die Eigenbewegung entsteht durch die tatsächliche räumliche Bewegung eines Sterns relativ zur Sonne innerhalb der Milchstraße. Da alle Sterne sich um das galaktische Zentrum bewegen, ergeben sich unterschiedliche Relativgeschwindigkeiten. Nahe Sterne zeigen in der Regel größere Eigenbewegungen als ferne, da dieselbe Raumgeschwindigkeit bei kleinerem Abstand einen größeren Winkel am Himmel überstreicht.

Den größten bekannten Eigenbewegungswert besitzt der Barnardsche Pfeilstern mit rund 10,4 Bogensekunden pro Jahr - er liegt rund 6 Lichtjahre entfernt und wandert dadurch in gut 170 Jahren um den scheinbaren Durchmesser des Vollmonds weiter. Die Eigenbewegung wurde erstmals 1718 von Edmund Halley entdeckt, als er historische Sternkataloge mit aktuellen Positionen verglich. Heute misst die ESA-Mission Gaia die Eigenbewegungen von über einer Milliarde Sterne mit bisher unerreichter Präzision und ermöglicht so detaillierte Karten der galaktischen Dynamik.