Flyby

raumfahrtsonnensystem

Flyby bezeichnet in der Raumfahrt das gezielte Vorbeiflugmanöver einer Raumsonde an einem Planeten, Mond, Kometen oder Asteroiden, bei dem die Sonde nicht in eine Umlaufbahn einschwenkt, sondern das Zielobjekt auf einer Kurvenflugbahn passiert und dabei Daten sammelt.

Flybys sind deutlich ressourcensparender als Orbitermissionen, da kein Bremsmanöver zum Einschwenken erforderlich ist. Dafür steht nur ein begrenztes Zeitfenster für wissenschaftliche Messungen zur Verfügung - oft nur Stunden oder wenige Tage. Dennoch haben Flybys Grundlagenforschung entscheidend vorangebracht: Die Voyager-Sonden führten zwischen 1979 und 1989 Flybys an allen vier Gasriesen durch und lieferten die ersten Nahaufnahmen von Jupiter, Saturn, Uranus und Neptun.

Ein besonderer Vorteil von Flyby-Manövern ist die Nutzung als Schwerkraftassistenz (Gravity Assist): Die Sonde erhält durch das Gravitationsfeld des passierten Körpers einen Geschwindigkeitsschub ohne eigenen Treibstoffeinsatz. New Horizons nutzte 2007 einen Flyby an Jupiter als Katapult und erreichte Pluto 2015 nach einer Reise von rund 5 Milliarden Kilometern. Die Parker Solar Probe absolviert regelmäßige Venus-Flybys, um ihre Sonnennähe schrittweise zu steigern.