Raumsonde

raumfahrtsonnensystem

Raumsonde bezeichnet ein unbemanntes Raumfahrzeug, das für die Erkundung des Sonnensystems oder des interstellaren Raums entwickelt und eingesetzt wird und dabei Messdaten zur Erde überträgt.

Im Gegensatz zu Erdsatelliten verlassen Raumsonden den Erdorbit und reisen zu anderen Körpern oder Regionen des Sonnensystems. Je nach Mission unterscheidet man Flyby-Sonden (einmaliges Vorbeifliegen), Orbiter (Einschwenken in eine Umlaufbahn), Lander (Aufsetzen auf einer Oberfläche) und Rover (fahrende Laboratorien auf einer Oberfläche).

Bekannte Meilensteine der Sondenerkundung: Mariner 4 lieferte 1965 die ersten Nahaufnahmen des Mars. Die Voyager-Sonden 1 und 2 (Start 1977) erkundeten die äußeren Planeten und verlassen inzwischen als erste menschengemachte Objekte den heliosphärischen Einflussbereich der Sonne - Voyager 1 befindet sich mehr als 20 Milliarden Kilometer von der Sonne entfernt. Die Cassini-Sonde untersuchte von 2004 bis 2017 das Saturnsystem in bislang nie erreichter Detailtreue, und der Mars-Rover Curiosity ist seit 2012 auf dem Mars unterwegs.

Raumsonden werden häufig durch Swing-by-Manöver beschleunigt: Sie nutzen die Schwerkraft eines Planeten, um ohne Treibstoffverbrauch Geschwindigkeit zu gewinnen. Die Kommunikation mit fernen Sonden erfolgt über große Parabolantennen des Deep Space Network (DSN) der NASA.