Lichtverschmutzung

teleskopegrundlagen

Lichtverschmutzung bezeichnet die Aufhellung des Nachthimmels durch künstliche Lichtquellen, die die Beobachtungsbedingungen für Astronomen und Hobbyastronomen erheblich verschlechtern.

Straßenbeleuchtung, Werbetafeln, Industrieanlagen und Wohngebäude strahlen Licht unkontrolliert in alle Richtungen ab. Ein Teil dieses Lichts wird von Staub und Wassertröpfchen in der Atmosphäre gestreut und erhellt den gesamten Nachthimmel. In stark beleuchteten Städten ist die Milchstraße mit bloßem Auge nicht mehr sichtbar; die scheinbare Grenzhelligkeit - also die Helligkeit der schwächsten noch erkennbaren Objekte - sinkt erheblich.

Auf der Bortle-Skala von 1 (völlig dunkler Himmel, nur in sehr abgelegenen Gebieten) bis 9 (Innenstadthimmel) wird die Qualität des Nacht- himmels bewertet. Die meisten Europäer leben unter einem Himmel der Klasse 7 oder höher.

Lichtverschmutzung schadet nicht nur der Astronomie, sondern stört auch Nachtaktivität und Vogelzug. Technische Gegenmaßnahmen umfassen nach unten gerichtete, abgeschirmte Leuchten, LED-Systeme mit warmem Lichtspektrum und Bewegungssensoren. Lichtreservate wie der Dark-Sky-Park Westhavelland in Deutschland schützen große Gebiete vor Aufhellung. Für Amateurastronomen bleibt die Fahrt aus der Stadt heraus oft die einfachste Lösung.