Meridian

grundlagenberechnungen

Meridian bezeichnet in der Astronomie den Großkreis auf der Himmelskugel, der durch den Zenit des Beobachters, den Nadir sowie den Nord- und Südpunkt des Horizonts verläuft. Er teilt den sichtbaren Himmel in eine östliche und eine westliche Hälfte.

Der Meridian ist ein zentrales Hilfsmittel der sphärischen Astronomie und der Beobachtungsplanung. Wenn ein Gestirn den Meridian überschreitet - also von Ost nach West die gedachte Linie passiert - befindet es sich in seiner Kulmination: Es erreicht dabei seinen höchsten Stand über dem Horizont und die kürzeste Luftmassenweglänge, was für Beobachter optimale Bedingungen bietet, da atmosphärische Störeffekte minimal sind.

Die Zeit, in der ein Gestirn durch den Meridian läuft, heißt Meridiandurchgang oder Transit. Früher nutzten Astronomen Meridiankreise, speziell ausgerichtete Teleskope, um Sternörter durch exakte Messung der Meridiandurchgangszeiten zu bestimmen - diese Methode bildete die Grundlage der klassischen Positionsastronomie. Der Greenwicher Meridian, der durch die Sternwarte in Greenwich läuft, wurde 1884 international als Nullmeridian (0° geographische Länge) festgelegt. Auf der Erde entspricht der geografische Meridian einem Längengrad und schneidet beide Pole.