Neigung
Neigung bezeichnet in der Himmelsmechanik den Winkel zwischen der Bahnebene eines Himmelskörpers und einer Referenzebene, meistens der Ekliptik oder dem Erdäquator. Sie ist eines der sechs klassischen Kepler-Bahnelemente und beschreibt, wie stark die Umlaufbahn gegenüber der Bezugsebene geneigt ist.
Für Planeten unseres Sonnensystems wird die Neigung zur Ekliptik gemessen. Die meisten Planeten bewegen sich in Bahnen mit geringer Neigung: Merkur hat mit rund 7 Grad die grösste Bahnneigung aller acht Planeten, während die übrigen Planeten teils unter 4 Grad liegen. Pluto und viele Transneptunische Objekte weisen dagegen teils sehr hohe Neigungen auf. Bei Kometen und Asteroiden kann die Neigung beliebige Werte zwischen 0 und 180 Grad annehmen; Bahnen mit mehr als 90 Grad gelten als retrograd, da das Objekt die Sonne in entgegengesetzter Richtung zur Mehrzahl der Planeten umläuft.
Die Erdachse selbst ist gegenüber der Ekliptiknormalen um rund 23,44 Grad geneigt, was die Jahreszeiten verursacht. Bei Satelliten bezieht sich die Bahnneigung auf den Äquator des Zentralkörpers: Eine Neigung von 0 Grad entspricht einer Äquatorialbahn, 90 Grad einer Polarbahn. Die genaue Kenntnis der Neigung ist für Bahnvorhersagen und Begegnungsberechnungen unverzichtbar.