Oskulierende Elemente

berechnungensonnensystem

Oskulierende Elemente bezeichnen den Satz von sechs Bahnparametern, der die Umlaufbahn eines Himmelskörpers zu einem bestimmten Zeitpunkt vollständig beschreibt, indem er die tatsächliche, durch Störungen beeinflusste Bahn durch eine momentan passende ideale Kepler-Ellipse annähert. Der Begriff leitet sich vom lateinischen “osculari” (küssen) ab und beschreibt bildlich, wie die Kepler-Ellipse die wahre Bahn in dem gewählten Moment berührt.

Zu den sechs klassischen Bahnelementen gehören die große Halbachse als Maß für die Größe der Bahn, die Exzentrizität als Maß für die Abweichung von der Kreisform, die Bahnneigung gegenüber der Ekliptik, die Länge des aufsteigenden Knotens, das Argument des Perihelions sowie die mittlere Anomalie oder Länge zum Bezugszeitpunkt (Epoche).

Da Planeten und andere Körper durch gegenseitige Gravitationswirkungen ständig gestört werden, verändern sich die oskulierenden Elemente im Laufe der Zeit langsam. Diese zeitliche Entwicklung der Bahnelemente, auch Bahnentwicklung oder Säkularperturbation genannt, kann mit Methoden der Himmelsmechanik berechnet werden. Für ephemerisgenaue Bahnvorhersagen werden oskulierende Elemente deshalb stets mit Angabe ihrer Gültigkeitsepoche veröffentlicht, zum Beispiel in den Veröffentlichungen des Minor Planet Center für Asteroiden und Kometen.