Rotation
Rotation bezeichnet in der Astronomie die Drehbewegung eines Himmelskörpers um seine eigene Achse, im Unterschied zur Revolution, also dem Umlauf um einen anderen Körper.
Nahezu alle Körper im Sonnensystem rotieren, weil bei der Entstehung aus der protosolaren Scheibe ein anfänglicher Drehimpuls übrig blieb. Die Rotationsperioden unterscheiden sich erheblich: Die Sonne dreht sich nicht als fester Körper - am Äquator dauert eine Rotation rund 25 Tage, an den Polen etwa 35 Tage. Die Erde rotiert in rund 23 Stunden 56 Minuten (Sternrotation), Jupiter in weniger als 10 Stunden - sehr schnell für einen Planeten seiner Größe. Venus hingegen benötigt rund 243 Erdtage für eine Eigenrotation und dreht sich dabei retrograd.
Die Rotationsachse muss nicht senkrecht zur Umlaufbahn stehen. Der Neigungswinkel der Erdachse (rund 23,4 Grad) verursacht die Jahreszeiten. Uranus besitzt einen Achsneigungswinkel von etwa 98 Grad und rollt damit gewissermaßen auf seiner Bahn.
Gezeitenkräfte eines Zentralkörpers können die Rotation eines Begleitmonds im Laufe der Zeit abbremsen und synchronisieren. Der Mond zeigt uns deshalb stets dieselbe Seite - seine Rotationsperiode ist exakt an seine Umlaufzeit von rund 27,3 Tagen gebunden. Dieses Phänomen nennt sich gebundene Rotation oder Gezeitensynchronisation.