Transit

sonnensystemberechnungen

Transit bezeichnet in der Astronomie das Ereignis, bei dem ein kleinerer Himmelskörper vor der Scheibe eines größeren vorbeizieht und dabei von der Erde aus als dunkler Fleck auf der hellen Fläche sichtbar ist. Das bekannteste Beispiel im Sonnensystem sind die Merkur- und Venustransite vor der Sonnenscheibe.

Venustransite sind besonders selten: Sie treten paarweise auf, mit einem Abstand von acht Jahren innerhalb eines Paares, aber mehr als einem Jahrhundert zwischen den Paaren. Die letzten Venustransite fanden 2004 und 2012 statt; der nächste ist erst 2117 zu erwarten. Historisch waren Venustransite von enormer Bedeutung, weil Astronomen durch Parallaxenmessungen von verschiedenen Standorten der Erde die Sonnenentfernung bestimmen konnten.

In der modernen Exoplanetenforschung ist die Transitmethode eine der wichtigsten Nachweistechniken: Zieht ein Planet vor seinem Stern vorbei, nimmt die gemessene Helligkeit des Sterns leicht ab. Aus Tiefe und Dauer des Helligkeitseinbruchs lassen sich Planetenradius und Umlaufzeit ableiten. Das Weltraumteleskop Kepler entdeckte auf diese Weise tausende Exoplanetenbewerber.