Umlaufzeit
Umlaufzeit bezeichnet die Zeitspanne, die ein Himmelskörper benötigt, um eine vollständige Bahn um seinen Zentralkörper zu durchlaufen. Man unterscheidet dabei zwischen der siderischen Umlaufzeit, die sich auf den Hintergrund der Fixsterne bezieht, und der synodischen Umlaufzeit, die angibt, nach welcher Zeit ein Planet wieder dieselbe Position relativ zur Erde und zur Sonne einnimmt.
Die Umlaufzeit hängt direkt von der Größe der Umlaufbahn ab. Diesen Zusammenhang formulierte Johannes Kepler in seinem dritten Gesetz: Das Quadrat der Umlaufzeit verhält sich proportional zur dritten Potenz der großen Halbachse der Bahn. Das bedeutet: Je weiter ein Planet von der Sonne entfernt ist, desto länger dauert sein Umlauf. Die Erde benötigt für einen Sonnenumlauf etwa 365,25 Tage, der ferne Neptun dagegen rund 165 Erdenjahre.
Für künstliche Satelliten in erdnahen Umlaufbahnen (etwa 400 km Höhe) beträgt die Umlaufzeit nur ungefähr 90 Minuten. Geostationäre Satelliten in rund 35.786 km Höhe haben hingegen eine Umlaufzeit von exakt 24 Stunden und bleiben so scheinbar ortsfest über einem Punkt der Erde. Die Umlaufzeit ist damit eine grundlegende Größe für die Planung von Raumfahrtmissionen und die Beschreibung des Sonnensystems.