Direktbewegung

sonnensystemgrundlagen

Direktbewegung bezeichnet die Bewegung eines Himmelskörpers in der Richtung, die dem allgemeinen Umlaufsinn des Sonnensystems entspricht - also von West nach Ost entlang der Ekliptik, wenn man das Sonnensystem von seinem Nordpol aus betrachtet. Im Deutschen spricht man auch von rechtläufiger Bewegung oder prograder Bewegung (zu lateinisch pro- “vorwärts” und gradus “Schritt”).

Nahezu alle Körper im Sonnensystem - Planeten, Monde und die meisten Kleinkörper - zeigen bei ihrer Bahnbewegung um die Sonne eine Direktbewegung. Auch die Rotation der Sonne selbst und die Mehrzahl der Planeten folgen diesem Muster.

Besonders bedeutsam ist der Begriff bei der scheinbaren Bewegung der äußeren Planeten am Erdenhimmel. Im Normalfall bewegen sich Mars, Jupiter, Saturn und die ferneren Planeten Nacht für Nacht langsam von West nach Ost durch die Sternbilder - das ist ihre Direktbewegung. In bestimmten Zeitabständen jedoch, wenn die Erde einen äußeren Planeten auf ihrer schnelleren inneren Bahn überholt, entsteht eine scheinbare Umkehr dieser Bewegungsrichtung, die sogenannte rückläufige Bewegung (Retrograde). Dieses Wechselspiel aus Direktbewegung, Stillstand (Stationarität) und Rückläufigkeit war in der Antike schwer erklärbar und spielte eine zentrale Rolle beim Übergang vom geozentrischen zum heliozentrischen Weltbild.

Die Direktbewegung spiegelt die einheitliche Entstehungsgeschichte des Sonnensystems aus einer rotierenden Staub- und Gasscheibe wider.