Präzession

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Präzession bezeichnet die langsame, kegelförmige Taumelbewegung der Erdachse im Raum, vergleichbar mit dem Kreiseln eines sich verlangsamenden Kreisels. Ursache ist das Gravitationsdrehmoment, das Mond und Sonne auf den leicht abgeplatteten Erdkörper ausüben. Dadurch verschiebt sich die Richtung, auf die die Erdachse zeigt, in einem langen Kreisbogen.

Ein vollständiger Präzessionszyklus dauert etwa 25.700 bis 26.000 Jahre. In dieser Zeit wandert der Himmelsnordpol einmal entlang eines Kreises von rund 23,4 Grad Radius am Himmel. Derzeit zeigt die Achse auf Polaris; vor etwa 5000 Jahren war Thuban im Drachen der Nordpolstern, und in etwa 12.000 Jahren wird Wega diese Rolle übernehmen.

Eine wichtige Konsequenz der Präzession ist die Verschiebung der Frühjahrs-Tagundnachtgleiche (Frühlingspunkt) entlang der Ekliptik. Dieser Frühlingspunkt wandert jedes Jahr um rund 50 Bogensekunden nach Westen, was bedeutet, dass er sich im Laufe von Jahrtausenden durch die gesamten Tierkreissternbilder schiebt - ein Grund dafür, dass astrologische Sternzeichen und tatsächliche Sternbilder heute nicht mehr übereinstimmen. Für die praktische Astronomie bedeutet die Präzession, dass Sternkataloge stets mit einer Epoche (z. B. J2000.0) angegeben werden müssen, auf die die Koordinaten bezogen sind.