Sideralzeit

berechnungengrundlagen

Sideralzeit bezeichnet ein astronomisches Zeitsystem, das sich nach der scheinbaren Rotation des Himmels gegenüber den Fixsternen richtet - im Gegensatz zur Sonnenzeit, die den Sonnenstand als Referenz nutzt. Ein Sterntag, also die Zeit für eine vollständige Umdrehung der Erde bezogen auf die Fixsterne, beträgt rund 23 Stunden, 56 Minuten und 4 Sekunden und ist damit etwa 4 Minuten kürzer als ein mittlerer Sonnentag.

Der Unterschied entsteht, weil die Erde während ihrer Eigenrotation gleichzeitig um die Sonne kreist: Nach einer Umdrehung relativ zu den Sternen muss sie sich noch etwas weiterdrehen, bis die Sonne wieder im gleichen Winkel steht. Pro Jahr summiert sich dieser Unterschied auf einen vollen Tag, weshalb ein Sternenjahr genau 366 Sterntage enthält, aber nur 365 Sonnentage.

Für Astronomen ist die Sideralzeit von zentraler praktischer Bedeutung: Sie gibt an, welcher Teil des Himmels zum aktuellen Zeitpunkt am Meridian steht, und ermöglicht damit die direkte Berechnung, welche Objekte mit einem Teleskop beobachtbar sind. Die lokale Sideralzeit (LST) entspricht der Rektaszension des Meridianpunkts und ist damit das direkteste Maß für die Ausrichtung eines Beobachters gegenüber dem Sternenhimmel.