Siderische Periode
Siderische Periode bezeichnet die Zeit, die ein Planet oder ein anderer Körper benötigt, um einmal vollständig um die Sonne zu kreisen - gemessen relativ zu den Fixsternen. Sie ist die “wahre” astronomische Umlaufzeit und unterscheidet sich von der synodischen Periode, die von der Erde aus beobachtet wird und sich auf die Stellung zur Sonne bezieht.
Die siderische Periode ergibt sich direkt aus dem Dritten Keplerschen Gesetz: Das Quadrat der Umlaufzeit verhält sich proportional zur dritten Potenz der großen Halbachse der Bahn. Für die Erde beträgt sie 365 Tage, 6 Stunden, 9 Minuten und 10 Sekunden (ein siderisches Jahr). Merkur umläuft die Sonne in nur 88 Tagen, Neptun hingegen in rund 164,8 Jahren.
Für den Mond beträgt die siderische Periode 27,32 Tage - die Zeit, nach der er bezogen auf die Fixsterne wieder an derselben Stelle steht. Die synodische Periode des Mondes beträgt dagegen 29,53 Tage, weil sich die Erde in der Zwischenzeit auf ihrer Umlaufbahn weiterbewegt hat und der Mond diese Differenz aufholen muss. In der Praxis ist die siderische Periode die Grundlage für präzise Ephemeriden-Berechnungen und die langfristige Vorhersage von Planetenstellungen.