Triangulation
Triangulation bezeichnet eine geometrische Methode zur Entfernungsbestimmung, bei der aus zwei bekannten Standpunkten der Winkel zu einem Zielobjekt gemessen wird. Aus der Basislinie zwischen den Standpunkten und den beiden Winkeln lässt sich die Entfernung zum Objekt rechnerisch eindeutig bestimmen.
In der Astronomie ist die Triangulation die Grundlage der trigonometrischen Parallaxe, mit der Sternentfernungen gemessen werden. Die Erde bewegt sich auf ihrer Bahn um die Sonne, sodass sich der scheinbare Ort eines nahen Sterns gegenüber dem Hintergrund weiter entfernter Sterne im Laufe eines halben Jahres leicht verschiebt. Der halbe Winkel dieser Verschiebung heißt Parallaxenwinkel. Ein Stern in einem Parsec Entfernung (rund 3,26 Lichtjahre) zeigt genau eine Bogensekunde Parallaxe.
Die Methode funktioniert direkt bis zu Entfernungen von wenigen tausend Lichtjahren; jenseits davon wird der Winkel zu klein, um ihn zuverlässig zu messen. Der Satellit Hipparcos der ESA maß Parallaxen für rund 100.000 Sterne, sein Nachfolger Gaia verbesserte die Präzision um den Faktor 100 und erfasste Milliarden von Sternen. Triangulation bildet die erste und direkteste Sprosse auf der kosmischen Entfernungsleiter.