Titius-Bode-Gesetz

sonnensystemberechnungen

Titius-Bode-Gesetz bezeichnet eine empirische Zahlenreihe, die um 1770 von Johann Daniel Titius aufgestellt und von Johann Elert Bode verbreitet wurde und näherungsweise die Abstände der Planeten von der Sonne beschreibt. Die Formel lautet: a = 0,4 + 0,3 x 2^n (in astronomischen Einheiten), wobei n = -unendlich, 0, 1, 2, 3, 4 … für Merkur, Venus, Erde, Mars, den Asteroidengürtel und die äußeren Planeten steht.

Die Regel trifft für die Planeten bis Uranus recht gut zu, was historisch als Hinweis auf eine tiefere physikalische Ordnung des Sonnensystems galt. Als 1801 der Asteroid Ceres in der Lücke zwischen Mars und Jupiter entdeckt wurde, die dem fehlenden Planeten entspräche, schien das Gesetz bestätigt. Auch Uranus passte gut, weshalb gezielt nach einem weiteren äußeren Planeten gesucht wurde.

Allerdings weichen Neptun und noch stärker Pluto deutlich von den vorhergesagten Werten ab. Heute gilt das Titius-Bode-Gesetz eher als zufällige oder hochstens schwach begründete Näherung denn als physikalisches Gesetz. Es gibt keine theoretisch abgeleitete Erklärung, warum gerade diese Zahlenreihe passen sollte. In der modernen Planetenforschung hat das Gesetz keine Vorhersagekraft mehr und wird hauptsächlich historisch diskutiert.