Venusdurchgang

sonnensystemberechnungen

Venusdurchgang bezeichnet dasselbe Ereignis wie der Venustransit - den Vorübergang der Venus als dunkle Scheibe vor der Sonnenscheibe - und wird im deutschsprachigen Raum gleichbedeutend verwendet. Einige Quellen grenzen den Begriff leicht ab: Während “Transit” den Durchgang aus astrophysikalischer Perspektive beschreibt, hebt “Venusdurchgang” stärker den Beobachtungscharakter hervor.

Der Venusdurchgang entsteht, weil die Bahnebene der Venus um rund 3,4 Grad gegenüber der Erdbahn (Ekliptik) geneigt ist. Nur wenn die Venus bei ihrer unteren Konjunktion - wenn sie sich also zwischen Erde und Sonne befindet - nahe einem der beiden Bahnknoten steht, kreuzt sie die scheinbare Sonnenscheibe. Ohne diese Neigung würde sie bei jeder unteren Konjunktion vor der Sonne vorbeiziehen, was etwa alle 19 Monate geschähe.

Der letzte Venusdurchgang des 21. Jahrhunderts fand am 5./6. Juni 2012 statt und war weltweit beobachtbar. Mit einer Dauer von rund sechs Stunden und 40 Minuten war er gut messbar. Der Venus-Durchmesser beträgt etwa 1/32 des scheinbaren Sonnendurchmessers, was sie als kleines, aber klar erkennbares Scheibchen erscheinen lässt. Ohne geeignete Sonnenfilter darf ein Venusdurchgang niemals mit bloßem Auge beobachtet werden, da direkte Sonneneinstrahlung das Auge dauerhaft schädigen kann.